Die Schülerschaft an Sonderschulen für Lernende mit Körper- und Mehrfachbehinderungen (Förderbedarf körperlich-motorische Entwicklung) in der Deutschschweiz

Projekt

Ausgangslage und Ziele

Die Lernenden in Sonderschulen für Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen bzw. Sonderschulen mit dem Schwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung (kmE) zeichnen sich durch eine grosse Heterogenität und eine Vielzahl an zusätzlichen Beeinträchtigungen und Förderbedürfnissen aus (Hansen, 2012; Lelgemann & Fries, 2009). Um diesen Bedarfen gerecht zu werden, benötigen die Fachpersonen spezifische und vielfältige Kompetenzen.

Aktuell liegen keine empirischen Daten zur Zusammensetzung der Schülerschaft an Sonderschulen für Lernende mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in der Schweiz vor (Schriber, 2007). Hier setzt das angestrebte Vorhaben an.

Im  Forschungsprojekt soll untersucht werden, wie sich die Schülerschaft an  Schulen mit Schwerpunkt kmE zusammensetzt, welche Förderbedarfe diese haben und wie die personellen Ressourcen (pädagogisch und therapeutisch Tätige) sich darstellen. 

Im Rahmen einer Gesamterhebung an allen relevanten Schulen im deutschsprachigen Raum der Schweiz werden Klassenlehrpersonen mit Hilfe einer Fragebogenerhebung online befragt. Sie sollen Auskunft geben über primäre Beeinträchtigung und weitere Förder- und Assistenzbedarfe sowie zentrale schulische Leistungsbereiche (Sprache und Mathematik) und therapeutische Versorgung.

Aus den Daten dieser Querschnittstudie lassen sich neben Bedarfen der Lernenden auch relevante Kompetenzen ableiten, die Lehrpersonen benötigen, um den Lernenden ein angemessenes unterrichtlich-schulisches Angebot unterbreiten zu können. Es ist vorgesehen, in einigen Jahren die Befragung zu wiederholen, um in einer Längsschnittstudie die Veränderung der Schülerschaft zu erforschen.

Projektleitung
Melanie
Willke
Titel
Prof. Dr.
Funktion
Professorin für Bildung im Bereich körperlich-motorischer Entwicklung und chronische Erkrankungen
Tel. Zentrale
E-Mail
melanie.willke [at] hfh.ch
Susanne
Schriber
Titel
Prof. Dr.
Funktion
Senior Lecturer
Tel. direkt
E-Mail
susanne.schriber [at] hfh.ch
Fakten
Dauer
09.2020
07.2021
Nummer
3_30

Fragestellung

Im angestrebten Forschungsprojekt soll untersucht werden, wie sich die Schülerschaft an Schulen für Lernende mit Körper- und Mehrfachbehinderungen im deutschsprachigen Raum der Schweiz zusammensetzt, welche Förderbedarfe diese haben und wie die personellen Ressourcen (pädagogisch und therapeutisch Tätige) sich an den Schulen darstellen.

Methodisches Vorgehen

Das angestrebte Forschungsprojekt stellt eine Querschnittstudie dar, die die aktuelle Zusammensetzung der Schülerschaft an Schulen für Lernende mit Körper- und Mehrfachbehinderungen beschreibt. Die Stichprobe entspricht der Gesamtpopulation: Es werden Daten der gesamten Schülerschaft an Sonderschulen für Körper- und Mehrfachbehinderte in der Deutschschweiz erhoben. Der Zeitpunkt der Datenerhebung ist der Januar 2021.

Als Erhebungsinstrument wird ein elektronischer Fragebogen (LimeSurvey) genutzt. Erfasst werden die vorrangige Behinderungsform und weitere Beeinträchtigungen (primäre und sekundäre Beeinträchtigungen), Lerngruppenzugehörigkeit (Lernziele Lehrplan bzw. individuell), Therapien, Förderbedarf Sprache (DaZ, UK), weiterer Förderbedarf (z.B. Verhalten) und ob bei den Lernenden eine schwere und mehrfache Beeinträchtigung vorliegt. Ausgefüllt wird der Fragebogen von den jeweiligen Klassenlehrpersonen. Die Schulleitungen erhalten einen separaten Fragebogen mit Fragen zur Anzahl der Lernenden und Klassen sowie zur personellen Besetzung (Mitarbeiter*innen (Sonder-)Pädagogik und Therapie).

Mit Hilfe des Statistikprogramms SPSS werden deskriptivstatistische Masse berechnet.

Ergebnisse

Mit den Ergebnissen der Studie wird die Schülerschaft beschrieben werden können und Rückschlüsse auf pädagogische Bedarfslagen sowie Schulprofile/Spezifika einzelner Schulen und Klassen bzw. Jahrgängen gezogen werden können. Mit den Ergebnissen können des Weiteren notwendige Kompetenzen sonderpädagogischer Fachpersonen benannt werden und mögliche Folgerungen für die Aus- und Weiterbildung generiert werden.

Literatur

Hansen, G. (2012). Aktuelle Daten zur Beschreibung der Schülerschaft an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Vierteljahreszeitschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete, 2, 124–135.

Lelgemann, R. & Fries, A. (2009). Die Entwicklung der Schülerschaft an Förderzentren körperliche und motorische Entwicklung in Bayern. Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung und weitere Untersuchungen in den Jahren 2004 bis 2008, Zeitschrift für Heilpädagogik 60, 213-223.

Schriber, S. (2007). Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen.  Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, (11–12), 36–42.