Instrument zur Erfassung des Zahlenbegriffs im Kleinkindalter (E-ZaBE): Normierung und Validierung

Projekt

Ausgangslage und Ziele

Die Entwicklung des Zahlenbegriffs (ZBE) beginnt bereits in den ersten Lebensmonaten und beim Schuleintritt besteht in der Regel eine feste Basis mathematischer Fertigkeiten. Allerdings zeigen sich dort auch bereits grosse interindividuelle Unterschiede, welche sich bedeutsam auf die späteren Mathematikleistungen auswirken. Trotz dieses Stellenwertes der frühen ZBE fehlt bislang ein Instrument, mit dem sie in der frühen Kindheit erhoben werden kann. Das Instrument zur Erfassung der Zahlenbegriffsentwicklung (E-ZaBE) schliesst diese Lücke (Olshausen Urech, 2015). In der Heilpädagogischen Früherziehung, in Kitas und Heilpädagogischen Schulen können so Entwicklungsverzögerungen der ZBE ab zwei Jahren identifiziert und gezielt gefördert werden.

Projektleitung
Simone
Schaub
Titel
Dr. phil.
Funktion
Senior Researcher
E-Mail
simone.schaub [at] hfh.ch
Fakten
Dauer
08.2018
07.2020
Neue Projektnummer
3_25

Projektteam

Kerstin Olshausen Urech

Fragestellung und Methode

Im Projekt wurden der typische Altersverlauf und der Altersverlauf der ZBE bei Kindern mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerung im Alter von 2 bis 4½ Jahren, sowie die testtheoretischen Gütekriterien der eingesetzten Items und Skalen untersucht. Das E-ZaBE wurde mit insgesamt 273 Kindern durchgeführt. Um die alterstypische ZBE zu ermitteln untersuchten Studierende der HFE 171 Kinder in Kindertagesstätten. Zum Erfassen der verzögerten Entwicklung untersuchten Heilpädagogische Früherzieherinnen und Früherzieher des Früherziehungsdienstes des Kantons Bern 102 Kinder mit einer Verfügung resp. Kostengutsprache für HFE.

Ergebnisse und Fazit für die Praxis

Die Ergebnisse zeigen, dass das E-ZaBE ein für die Praxis geeignetes Verfahren zum Ermitteln von Verzögerungen der ZBE ist. Beginnend mit Aufgaben zu pränumerischen Kompetenzen wie dem Eins-zu-Eins-Zuordnen über numerische Kompetenzen wie dem Abzählen von Objekten bis hin zur Ziffernkenntnis hat das Instrument einen kontinuierlich zunehmenden Schwierigkeitsgrad und erfasst den Altersverlauf der ZBE zwischen 2 und 4½ Jahren valide. Die entsprechende Abfolge der ZBE findet sich gleichermassen bei Kindern mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerung, mit einem einzigen Unterschied: Die erreichten Punkte entsprechen jeweils der jüngeren Altersgruppe der alterstypischen ZBE. Kernkompetenzen der ZBE wurden somit mit einem Jahr Verzögerung erreicht.

Damit genauere Aussagen zu den Altersstufen und der Abfolge der ZBE sowie den testtheoretischen Gütekriterien gemacht werden können wird die Stichprobe gegenwärtig erweitert. In einer Nachfolgestudie führen Studierende der HFE das E-ZaBE mit Kindern in Kitas durch.