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Veränderung der Schulkultur und -praxis zu einer gebärdensprachorientierten Schule

Ausgangslage und Ziele

In der Deutschschweizer Hörgeschädigtenpädagogik werden gebärdensprachorientierte Bildungsmodelle kaum realisiert, zumindest werden sie nicht curricular verankert. Grund dafür sind verschiedene praktische Probleme, wie z. B. fehlendes Personal und mangelnde Kompetenzen in Gebärdensprache und bilingualer Didaktik). Das vorliegende Projekt beschreibt den Schulentwicklungsprozess hin zu einer professionellen gebärdensprachorientierten Praxis am Beispiel einer Einzelschule, des Pädagogischen Zentrums für Hören und Sprache Münchenbuchsee (HSM). Eine Vorstudie erfasste die Bedeutung der Gebärdensprache (sog. Orientierungsrahmen, Bohnsack, 2012) an diesem Zentrum. Um anderen Zentren Hinweise für ihre Schulentwicklung zu geben, befasst sich dieses Projekt mit der Frage, wie eine solche Implementierung und der weiterführende Entwicklungsprozess ablaufen kann, und welche Orientierungen diesen Prozess beeinflussen, fördern oder sogar hemmen.

Methodisches Vorgehen

Das vorliegende Projekt begleitet das Zentrum über zwei Jahre im Rahmen einer längsschnittlichen, rekonstruktiven Schulentwicklungsforschung, indem die Entscheidungen in Diskussion der Mitarbeitenden, sowie deren Alltagspraxis (Kommunikation und Handlungen in der Unterrichtspraxis als Videobeobachtung) dokumentiert und analysiert werden. Für die Konzeptionalisierung des gebärdensprachlichen Unterrichts ist die Konzeptgruppe zuständig, die Vertretungen hörgeschädigter und hörender Lehrpersonen sowie Sozialpädagogen und –innen, Logopädinnen und Audiopädagogen und -innen beinhaltet. Die Mitarbeitenden des Zentrums lassen sich bezüglich der möglichen gebärdensprachlichen und bilingualen Unterrichtsmodelle durch einen externen Coach während dieser zwei Jahre weiterbilden. Dadurch wird sich der Orientierungsrahmen, das implizite, handlungsleitende Wissen der Mitarbeitenden verändern. In Zusammenarbeit mit QualiZüri werden die Daten mithilfe der Dokumentarischen Analyse interpretiert und so die Veränderungen der Orientierungsrahmen rekonstruiert.

Ergebnisse

Die aktuelle Situation widerspricht der Forderung der Behindertenrechtskonvention (BRK) nach Chancengleichheit hörgeschädigter Menschen, da der Zugang zu Bildungsinhalten nicht gleichberechtigt gewährleistet ist. Da die Schweiz die BRK erst im letzten Jahr ratifiziert hat, sind denn auch gebärdensprachliche oder bilinguale Unterrichtsmodelle noch nicht implementiert worden. Wie dies geschehen soll, ist eine zentrale Frage, der sich alle Zentren nun stellen müssen und die hier geklärt wird.

Fakten

Laufzeit
08/2015-07/2017
Nr.
E.15.1

Projektteam

Kontakt

Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 81

wfd[at]hfh.ch wfd