Netzwerktreffen zur inklusiven Bildung an der Hochschule

News

Mit «stark3» engagieren sich die Akteur:innen aktiv für die Weiterentwicklung einer inklusiven Hochschulkultur in der Schweiz. Im September 2022 wurde ein Arbeitspapier diskutiert.

Kontakt

Cornelia
Müller Bösch
Titel
Prof.

Funktion

Professorin für Bildung bei kognitiver Beeinträchtigung

Chantal
Deuss
Titel
lic. rer. soc.

Funktion

Advanced Consultant

Prof. Dr. Barbara Fäh begrüsste die zahlreich erschienenen und online zugeschalteten Personen zum Netzwerktreffen «stark3» und betonte, wie zentral das Thema Inklusion für die HfH sei.

Danach stellte Prof. Cornelia Müller Bösch das Projekt kurz vor. Das Ziel der jährlichen Netzwerktreffen ist es, gemeinsam ein Argumentarium und Guidelines zu erarbeiten, welche die relevanten Stakeholder erstens zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung an der Hochschule einladen und zweitens bei der Umsetzung eigener Programme unterstützen.

Sie leitete zugleich über zur Diskussion des Argumentariums, dem wichtigsten Punkt auf dem Programm. Das Arbeitspapier wurde von drei Arbeitsgruppen und weiteren Personen ausgearbeitet und bestand aus sechs Punkten, zu denen man sich kritisch äussern konnte. Anwesend waren Expert:innen in eigener Sache, Arbeitgeber:innen, Hochschulvertreter:innen und weitere interessierte Personen, die sich rege an der Diskussion beteiligten. Folgende Punkte wurden beispielsweise aufgegriffen:

  • Weshalb möchte man den Zugang zur Hochschulbildung nur für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung öffnen und berücksichtigt nicht weitere Gruppen? Sollte man den Zugang nicht für alle öffnen?
  • Weshalb ist das lebenslange Lernen einigen Bevölkerungsgruppen vorbehalten? Man sollte Anschlussmöglichkeiten schaffen, um allen eine Chance auf Weiterbildung zu ermöglichen.
  • In der partizipativen Forschung ergeben sich neue Erkenntnisse. Man sollte stärker auf partizipative Projekte setzen.

Nach der Diskussion blickte Matthias Gubler mit seinem Vortrag über den Tellerrand nach Europa und stellte ein Projekt vor, welches impulsgebend für das Projekt «stark3» sein könnte. Das europäische Netzwerk IPSE_ID (kurz für Inclusive Post-Secondary Education for persons with Intellectual Disability) hat die Website joinin.education lanciert, welche die Nachhaltigkeit und Entwicklung bestehender und künftiger integrativer Bildungsinitiativen für Studierende mit geistiger Behinderung in ganz Europa unterstützt.

Netzwerktreffen. In jährlichen Netzwerktreffen und in zwei bis drei Arbeitsgruppentreffen pro Jahr werden in heterogenen Gruppen folgende Fragen diskutiert:

  • Warum soll inklusive Bildung an Hochschulen ermöglicht werden?
  • Welche Bedenken und Stolpersteine gibt es? Was sind die Möglichkeiten und Chancen?
  • Was ist wichtig bei der Umsetzung von Programmen für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung an der Hochschule?
  • Welche Guidelines müssen dabei beachtet werden?

Das Projekt «stark3» ist eine Kooperation der HfH mit dem Institut Unterstrass (PHZH) und wird von swissuniversities (P-7) finanziell unterstützt.

Das Netzwerktreffen fand am 2. September 2022 statt. Anwesend waren Vertreter:innen der FHNW, der PH Luzern, des Instituts Unterstrass, vom Verein Mensch zuerst, und viele weitere. Das nächste Treffen findet im Herbst 2023 in Luzern statt. Geplant ist ebenfalls eine Tagung 2024 an der HfH zum Thema Inklusive Hochschulbildung. Weitere Informationen folgen.

Mitglied werden. Möchten Sie ein Mitglied des Netzwerks werden und mitdiskutieren? Wenn Sie sich ebenfalls im Projekt engagieren möchten, kontaktieren Sie die beiden Projektleiterinnen unter der E-Mailadresse: starkhochdrei [at] hfh.ch.

Autorin: Kristina Vilenica, MA, Hochschulkommunikation, HfH