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FIT (Feedback Informed Treatment) in heilpädagogischen Berufen (Pilotstudie)

Ausgangslage und Ziele

Wie kann die Wirksamkeit heilpädagogischen Handelns verbessert werden? Spielt – ähnlich wie in der Psychotherapie – die Fähigkeit, seine Methoden und Interventionen individuell an die unterstützten Personen anzupassen, auch in heilpädagogischen Arbeitsfeldern eine herausragende Rolle?

Neuere Ergebnisse der Psychotherapieforschung konnten vielfach belegen, dass eine formalisierte Rückmeldung durch Klient*innen an die Therapieperson das Therapieergebnis signifikant verbessert. Die dabei wirksamen Mechanismen aktivieren Anpassungen durch die Therapieperson an die Bedürfnislage und Ziele der Klient*innen. Es muss angenommen werden, dass dieselben Mechanismen unter bestimmten Rahmenbedingungen auch im Bereich heilpädagogischer bzw. heilpädagogisch-therapeutischer Berufe wirken.

Das FIT-Pilotstudie ist als Vorprojekt zu einer kontrollierten Wirksamkeitsstudie gedacht. Im Sinne einer Machbarkeitsstudie soll sie die Anwendung des FIT-Feedbackverfahrens in verschiedenen Anwendungsbereichen und Settings ausloten und evaluieren – mit besonderem Augenmerk auf der Integration des FIT-Verfahrens in die Praxis.

Fragestellung

Die Pilotstudie soll aufzeigen, unter welchen Bedingungen sich das FIT-Feedbackverfahren im heilpädagogischen Arbeitsfeld, besonders in der schulischen Heilpädagogik und in der Psychmotoriktherapie, einsetzen lässt. Dabei spielen Faktoren wie Setting und Förderbereiche, aber auch Alter, kognitive und soziale Fähigkeiten der Kinder oder Jugendlichen, eine wichtige Rolle. Da verschiedene Varianten der Feedback-Fragebogen eingesetzt werden können, soll auch die Frage der Passung zwischen den eingesetzten Instrumenten einerseits und den institutionellen und individuellen Rahmenbedingungen andererseits geklärt werden. Alle Fragestellungen werden unter dem Aspekt der Praktikabilität aus Sicht der teilnehmenden Praktikerinnen und Praktiker beantwortet.

Methodisches Vorgehen

Die Studie verläuft in drei Phasen. In der Vorbereitungsphase werden Praktikerinnen und Praktiker sowie Expertinnen rekrutiert und geschult. Gleichzeitig werden die verschiedenen konkreten Einsatzbereiche bestimmt und die jeweils zu verwendenden Varianten der Fragebogen definiert und angepasst.

In der Hauptphase setzen die Praktiker*innen während jeweils acht Wochen die beiden Skalen ORS (Outcome Rating Scale) und SRS (Session Rating Scale) in ihrer Alltagspraxis ein. Diese geben ihnen eine kontinuierliche Rückmeldung über die Auswirkung ihrer Intervention auf das allgemeine Befinden der Kinder oder Jugendlichen einerseits und über die Qualität der aktuellen Sitzung andererseits. Für beide Skalen sind kritische Werte definiert, bei welchen eine Klärung mit dem Kind oder Jugendlichen über die Bedeutung der Rückmeldung sowie über eine allfällige Anpassung des Vorgehens erfolgen soll. Zur Unterstützung dieser formalisierten Klärungsprozesse stehen allen teilnehmenden Praktikumspersonen Expertinnen ihres Fachgebietes zur Verfügung, mit denen Sie im Bedarfsfall Kontakt aufnehmen.

An die Phase der Durchführung schliesst sich die Evaluationsphase an. Mittels Leitfadeninterviews werden die Erfahrungen der Praktikerinnen und Expertinnen bezüglich Wirksamkeit und Praktikabilität erfasst und inhaltsanalytisch ausgewertet.

Ergebnisse

Die Ergebnisse sollen aufzeigen, ob das FIT-Verfahren auch in heilpädagogischen Arbeitsfeldern sinnvoll eingesetzt werden kann. Bei positivem Ausgang wäre die Grundlage für eine nachfolgende kontrollierte Wirksamkeitsstudie gegeben.

Literatur

Hattie, J., Wolfgang, B. & Klaus, Z. (2014). Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Rogausch, A., Gutscher, G. & Gschwind, A. (2017). Feedback-informierte Therapie. Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy, 2017(03), 73-77.

Fakten

Laufzeit
10/2018-12/2019
Nr.
5_57

Projektleitung

Dr. phil.  Müller

Dozent

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe