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Mentoring Follow-up „Ithaka“ und „Incluso“

Ausgangslage und Ziele

Im Kanton Zürich gibt es zwei Mentoringprogramme: «Ithaka» vom Amt für Jugend und Berufsberatung und «Incluso» von Caritas. Die beiden Projekte gewährleisten ein flächendeckendes kantonales Angebot. Die Hochschule für Heilpädagogik hatte den Auftrag, die beiden Mentoringprogramme zu evaluieren. Im Zentrum stand dabei die Frage, ob Mentoring hilft, eine Lehre erfolgreich abzuschliessen. Das Ziel von Mentoring ist es, junge Menschen bei der Lehrstellenfindung zu unterstützen. Es ist vor allem für junge Menschen gedacht, die von ihren Eltern nicht genügend Unterstützung bekommen. So melden sich viele Jugendliche mit Migrationshintergrund für ein Mentorat an. Aber auch junge Menschen, deren Eltern durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung zu wenig Zeit und Kraft für ihr Kind haben, finden bei Mentoringprojekten Hilfe für die Lehrstellensuche. Die Jugendlichen bekommen zu diesem Zweck eine berufstätige Person zur Seite gestellt, die sie bei der Lehrstellensuche begleitet. Die Mentoren und Mentorinnen helfen auf sehr unterschiedliche Art und Weise: Einerseits geben sie den jungen Menschen Mut und stehen ihnen bei. Andererseits stellen sie sicher, dass die Bewerbungsunterlagen formal und inhaltlich den Anforderungen entsprechen. Zudem üben sie beispielsweise mit den Jugendlichen in Rollenspielen mögliche Fragen und Antworten in einem Bewerbungsgespräch.

Methodisches Vorgehen

Für die Evaluation wurden Jugendliche (99 Jugendliche in Kurzkontakten und 15 Jugendliche mit Leitfadeninterview), die im Schuljahr 2007/08 einen Mentor, eine Mentorin hatten, telefonisch befragt. Auch 138 Mentoren und Mentorinnen wurden mit einer internetbasierten Befragung einbezogen.

Ergebnisse

87% der befragten Jugendlichen stecken noch mitten in der Ausbildung oder haben bereits eine berufliche Grundbildung beendet. Die Chancen auf eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt scheinen hier also intakt. Acht Prozent der Jugendlichen sind berufstätig ohne Grundbildung, bei ihnen besteht eine gewisse Gefahr, arbeitslos zu werden. Drei Viertel der ehemalige Jugendliche von Ithaka und Incluso und auch die Mentorinnen und Mentoren (79%) sind mit der damaligen Begleitung zufrieden. 40 % pflegen weiterhin Kontakt zueinander.

Konsequenzen für die Praxis

Die Evaluation zeigt, dass folgende Punkte zum Gelingen eines Mentorates beitragen und in nachfolgende Projekte integriert werden sollten:

  • Mitsprache bei der Tandembildung
  • Nachbetreuung auch über die erste Phase der Lehrzeit hinweg
  • Anschlusslösungen wie etwa das 10.Schuljahr sollen nicht als Abschluss des Mentoring betrachtet werden. Ideal wäre auch hier, wenn die Jugendlichen nach der «Pause» von ihrer Mentorin, ihrem Mentor weiterhin in der Lehrstellensuche begleitet werden.
  • Bestehende, funktionierende Beziehungen sollten gefördert und nach Möglichkeit aufrechterhalten werden.

Die Stabilität der Beziehungen zwischen den Mentoren und den Jugendlichen stellt einen wesentlichen Aspekt des Gelingens von Mentoringprogrammen dar. In der Theorie spricht man hier von einem Resilienzfaktor. Das heisst die Widerstandsfähigkeit des Jugendlichen wird durch die Beziehung gestärkt und schwierige Situationen können somit besser bewältigt werden. Ein gutes Tandem zu bilden ist zwar sehr anspruchsvoll, aber die Mühe lohnt sich.

Fakten

Laufzeit
01/2011-12/2011
Nr.
5_14.1

Projektteam

Kontakt

Zentrum Forschung und Entwicklung
Tel: +41 44 317 11 46

zfe[at]hfh.ch zfe

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