Der Umgang mit sozial-emotional schwierigem Verhalten in der Kindersprachtherapie

Projekt

Ausgangslage und Ziele

Es werden Hintergründe zum Management von sozial-emotional schwierigen Verhalten in der Logopädie beleuchtet. Die Sichtweise von Logopädinnen wird systematisch dargelegt und Schlussfolgerungen für deren Tätigkeit gezogen.

Projektleitung
Jürgen
Kohler
Titel
Prof. Dr.
Funktion
Senior Lecturer
Fakten
Dauer
08.2021
07.2023
Neue Projektnummer
2_16

Ausgangslage und Problemstellung

Der wechselseitige Zusammenhang von Sprachentwicklungsstörungen und herausforderndem Verhalten wird seit vielen Jahren immer wieder diskutiert und nachgewiesen. Spreer & Glück (2014) leiten daraus ab, «dass diese Kinder mit sprachlichem Förderbedarf nicht nur sprachheilpädagogischer Interventionen bedürfen, sondern in einigen Fällen darüber hinaus auch Unterstützung im Bereich des Sozialverhaltens und der Emotionalität» (ebd., S.78).

Doch wie sieht diese Unterstützung aus, wenn sie von den Sprachtherapeutinnen selbst geleistet wird? Dass Logopädinnen mit dem sozial-emotional schwierigen Verhalten umgehen müssen und zwar, ob sie wollen oder nicht, liegt in der Natur der Sache. Sobald sozial-emotional problematisches Verhalten oder Erleben bei den Klienten in der Therapie auftaucht, wird die pädagogisch-therapeutische Fachkraft damit konfrontiert und muss sich diesem stellen. Insofern stellt sich vordergründig nicht die Frage der Zuständigkeit, sondern die Frage des Umgangs mit dem sozial-emotional schwierigem Verhalten, welche mit dem Projekt beantwortet werden soll.

Methodik

Die Wahrnehmung der Logopädinnen für die Problematik und ihre darauf abgestimmten Handlungsweisen werden genau betrachtet. Das Projekt bedient sich dabei einer reichhaltigen Methodik: Es werden sowohl qualitative Erhebungsmethoden (z.B. Leitfadeninterviews und Gruppendiskussion) und Auswertungsmethoden (Inhaltsanalyse) als auch eher quantitativ orientierte Erhebungsverfahren (Fragebogen und kontrollierte Einzelfallstudie) und Auswertungsmethoden (deskriptive und schliessende Statistik für Gruppen- und Einzelfallanalysen) eingesetzt. Dokumentenanalysen, die eher dem mixed-method-design zuzuordnen sind und bei denen Fachbücher und schriftlich fixierte pädagogisch-therapeutischen Selbstverständnissen nach emotionsrelevanten Begrifflichkeiten analysiert werden, triangulieren die Auswertungsverfahren. Theoretisch ist das Projekt durch die Konsultation verschiedener theoretischen Richtungen im Gegenstandbereich (z.B. Emotionsregulation oder Theorie der kognizierten Kontrolle) ebenfalls breit aufgestellt.

Aus dem Stand der eigenen Forschung (Kohler, 2021) lässt sich ein hohes Bedürfnis des Berufsfeldes nach der Reflexion von sozial-emotional schwierigem Verhalten ableiten. Die Akzeptanz der Professionellen soll durch die kooperativ-partizipativ angelegte Praxisforschung erreicht werden.

Erwartete Ergebnisse

Es soll ein systematischer Überblick zu den Umgangsweisen der Logopädinnen mit sozial-emotional schwierigem Verhalten entstehen und somit ein Ausgangspunkt für die weiterführende Handlungsempfehlungen geschaffen werden.

Literatur

Kohler, J. (2021). Sozial-emotional schwieriges Verhalten in der Kindersprachtherapie. Praxis Sprache, 01/2021, 9–20.

Spreer, M. & Glück, C. (2014). Herausforderndes Verhalten im Kontext sprachlicher Entwicklung. In K. Popp. & A. Methner (Hrsg.), Schülerinnen und Schüler mit herausforderndem Verhalten: Hilfen für die schulische Praxis (S.73–83). Kohlhammer.

Publikationen
Kohler, J.
Der Umgang mit sozial-emotional schwierigem Verhalten in der Kindersprachtherapie.
Trinationaler Studierendencampus ,
Rorschach, Schweiz.