Netzwerk inklusive Bildung an der Hochschule – Stark hoch 3

Projekt

Ausgangslage und Ziele

Inklusion als systemischer Anspruch geht weit über die Schule hinaus (vgl. UN-Behindertenrechts-konvention). Inklusion leben heisst, mit Widersprüchen umgehen, ohne sie auflösen zu können. Inklusion an der Hochschule ist mit einigen Herausforderungen und Barrieren konfrontiert. Nach Cusack (2018) sind zwei Ansätze für die Gestaltung von inklusivem Hochschulunterricht zentral: Das Scaffolding (Van De Pol,  Volman & Beishuizen, 2010) und Universal Design for Learning (CAST, 2011). Im Projekt «écolsiv- Schule inklusiv» (Start 2017, vgl. écolsiv (Film-) Portrait und Medienberichte) des Instituts Unterstrass an der Pädagogischen Hochschule Zürich werden konkrete Erfahrungen zur Inklusion an Hochschulen gesammelt (Gubler & Müller Bösch, 2020). Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung werden auf eine pädagogische Tätigkeit im Arbeitsfeld Schule vorbereitet. Sie partizipieren zusammen mit Studierenden und Dozierenden an Ausbildungsmodulen und werden darin begleitet, ihren Platz als Mitarbeitende in der Schule zu finden. Auf der Grundlage der Erfahrungen und der Evaluation von «écolsiv» (Moser Opitz, Nesme & Seitz, in Druck; Gubler & Labhart, in Druck; Müller Bösch, in Druck) sollen erste Erkenntnisse für andere Hochschulen nutzbar gemacht werden. Hier setzt das von swissuniversities im P-7 Programm «Diversität, Inklusion und Chancengerechtigkeit in der Hochschulentwicklung 2021 – 2024» geförderte Projekt «stark3» an. Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Netzwerks zum Thema inklusive Bildung an Hochschulen.

Projektleitung
Cornelia
Müller Bösch
Titel
Prof.
Funktion
Professorin für Bildung bei kognitiver Beeinträchtigung
Chantal
Deuss
Titel
lic. rer. soc.
Funktion
Advanced Consultant
Fakten
Dauer
02.2021
12.2024
Neue Projektnummer
3_31

Projektteam

Matthias Gubler
David Labhart
Judith Adler

Vorgehen und Fragestellungen

Mit «stark3» engagieren sich die am Netzwerk beteiligten Akteur*innen aktiv für die Weiterentwicklung einer inklusiven Hochschulkultur in der Schweiz. In jährlichen Netzwerktreffen und in den zwei bis drei Arbeitsgruppentreffen pro Jahr werden in heterogenen Gruppen folgende Fragen diskutiert:

  • Warum soll sich die Hochschule für Inklusive Bildung öffnen? Welche Bedenken, Stolpersteine, welche Möglichkeiten und Chancen gibt es?
  • Was ist wichtig bei der Umsetzung von Programmen für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung an der Hochschule? Welche Richtlinien müssen dabei beachtet werden?

Erwartete Ergebnisse

Im Netzwerk «Inklusive Bildung an Hochschulen – stark3» sollen Möglichkeiten und Grenzen der Inklusion von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung an Hochschulen, immer unter Berücksichtigung der drei zentralen Felder Menschen, Bildungsorte und Arbeitsorte, partizipativ ausgetauscht und durch die Nutzung von Synergien weiterentwickelt werden. Als Produkte des Netzwerkes sind in einem ersten Schritt ein «Argumentarium für Entscheidungsträger*innen» und in einem zweiten «Guidelines zur Umsetzung von Programmen für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung an Schweizer Hochschulen» geplant.

Literatur

Center for Applied Special Technology [CAST] (2011). Universal Design for Learning Guidelines version 2.0. https://udlguidelines.cast.org [Zugriff am 26.05.2021].
Cusack, E.L. (2018). Overview of the Reach Program and process of modification of content. In S. Harter-Reiter, W. Plaute & R. Schneider-Reisinger (Hrsg.), Inklusive Hochschule. Diskursbausteine offener Hochschulbildung aus Theorie, Praxis und Forschung (S. 281–290). Innsbruck: Studienverlag.
écolsiv Portrait. https://www.youtube.com/watch?v=5-11x7tlYeA&list=PLiJ7LhnL8d_mdIorDvZwm… [Zugriff am 26.05.2021].
Gubler, M. & Labhart, D: (in Druck). Die Entwicklung von Haltungen und der Bereitschaft zur Umsetzung von Inklusion im Projekt écolsiv. In D. Labhart, C. Müller Bösch & M. Gubler (Hrsg.), écolsiv - Schule inklusiv. Ein Hochschulprogramm inklusiver Bildung. Bern: Edition SZH/CSPS.
Gubler, M. & Müller Bösch, C. (2020). Eine Schweizer Hochschule auf dem Weg zur Inklusion - Entwicklungsprojekt „écolsiv“. In R. Schneider-Reisinger, M. Oberlechner (Hrsg.), Diversitätssensible PädagogInnenbildung in Forschung und Praxis: Utopien, Ansprüche und Herausforderungen. Wegmarken inklusiver Hochschulen. Leverkusen-Opladen: Budrich. S. 56–66.
Moser Opitz, E, Nesme, C. & Seitz, A. (in Druck). Assistenz mit pädagogischem Profil – Gestaltung des inklusiven Hochschulunterrichts und der berufspraktischen Ausbildung. In D. Labhart, C. Müller Bösch & M. Gubler (Hrsg.), écolsiv - Schule inklusiv. Ein Hochschulprogramm inklusiver Bildung. Bern: Edition SZH/CSPS.
Müller Bösch, C. (in Druck). Das Projekt écolsiv leiten. Entwicklungsfelder inklusiver Bildung. In D. Labhart, C. Müller Bösch & M. Gubler (Hrsg.), écolsiv - Schule inklusiv. Ein Hochschulprogramm inklusiver Bildung. Bern: Edition SZH/CSPS.
Müller Bösch C., Gubler, M. & Labhart, D. (in Druck) Umsetzung inklusiver Hochschulprogramme. Erfahrungen aus dem Projekt écolsiv auf andere Hochschulen übertragen. In D. Labhart, C. Müller Bösch & M. Gubler (Hrsg.), écolsiv - Schule inklusiv. Ein Hochschulprogramm inklusiver Bildung. Bern: Edition SZH/CSPS.
Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Abgeschlossen in New York am 13. Dezember 2006. Von der Bundesversammlung genehmigt am 13. Dezember 2013. Beitrittsurkunde von der Schweiz hinterlegt am 15. April 2014. In Kraft getreten für die Schweiz am 15. Mai 2014. https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20122488/index.html#… [Zugriff am 26.05.2021].
Van De Pol, J., Volman, M. & Beishuizen, J. (2010). Scaffolding in teacher-student interaction: A decade of research. Educational Psychological Review, 22, 271–296.