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01.09.2021

Bewegungs- und Sprachförderwoche BuS21 ganz im Zeichen der Post

Zehn Kinder mit Trisomie 21 nahmen an der Bewegungs- und Sprachförderwoche vom 16. bis 20. August 2021 teil. Das diesjährige Motto lautete «Die Post». Zwei Studentinnen schildern ihre Eindrücke und Erfahrungen, welche sie während der intensiven Woche gewonnen haben.

Kontakt
Christina
Arn
Titel
lic. phil.
Funktion
Senior Lecturer
E-Mail
christina.arn [at] hfh.ch

Dieses Jahr nahmen fünf Student:innen aus dem Bachelorstudiengang Logopädie und fünf Student:innen aus dem Bachelorstudiengang Psychomotoriktherapie am Wahlmodul teil. Sie betreuten als Pate bzw. Patin während der fünftägigen Förderwoche jeweils ein Kind, welches ihnen zu Beginn zugewiesen wurde. Insgesamt wurden zehn Kinder mit Trisomie 21 im Alter von sechs bis acht Jahren während fünf Tagen betreut. Die Dozentinnen Christina Arn (Logopädie) und Susanne Störch Mehrling (Psychomotoriktherapie) begleiteten die Student:innen während der Vorbereitungswoche und vor Ort während der Förderwoche. Den Anstoss zum Projekt gab vor acht Jahren die Elternorganisation Insieme21.

Thematische Schwerpunkte

Das Motto der Förderwoche wechselt von Jahr zu Jahr, dieses Jahr waren die thematisch gestalteten Tage ganz im Zeichen der Post. Ein Raum war als Postempfang gestaltet, in dessen Mitte Sitzkissen im Kreis angeordnet wurden. In diesem trafen sich die Kinder jeden Morgen zusammen mit den Student:innen und den beiden Dozentinnen zum Begrüssungsritual, bevor sie dann auf die spannende Entdeckungsreise als kleine Pöstler und Pöstlerinnen durch die Räume der HfH aufbrachen. Auch die Bewegungslandschaft im Bewegungsraum wurde gemäss vorskizzierten Plänen umgebaut. Jeder Tag wurde von zwei Student:innen verantwortet. Zusammen mit den Modulleiterinnen investierten die Teilnehmenden viel Zeit in die inhaltlichen und fachlichen Vorbereitungen, um für die Kinder eine möglichst abwechslungs- und lehrreiche Woche zu gestalten. Für die Durchführungswoche war zusätzlich eine Woche Vorbereitungszeit eingeplant.

Die Förderwoche wurde zum Thema «Die Post» gestaltet.
Förderung durch Spiel und Spass – der Posteingang.

Förderung durch Spiel und Spass

Die beiden Studentinnen Dominique Kessler (Bachelorstudiengang Logopädie) und Stella Ahlberg (Bachelorstudiengang Psychomotoriktherapie) nahmen am Wahlmodul teil und schildern in den nachfolgenden Statements ihre Eindrücke aus der Förderwoche.

«Die Vorbereitung der Woche war zwar sehr anspruchsvoll, doch jeden Tag gibt es Highlights, und man sieht schon Fortschritte, welche die Kinder gemacht haben. Sie alle machten mit nach ihren Möglichkeiten.»

«Es ist eine intensive und bereichernde Woche für die Kinder. Sie lassen sich auf Neues ein.»

«Viele Sachen sind überraschend, wie beispielsweise kleine Erlebnisse mit den Kindern. In der Woche wurde mir bewusst, wie wichtig wir für die Kinder sind. Wir sind ihre Bezugspersonen. Wir sind ständige Begleiter, und lernen die Kinder in ihren verschiedenen Facetten kennen und es entsteht eine spezielle Beziehung.»

Fachübergreifende Praxiserfahrung

Das Wahlmodul bietet die Möglichkeit, fachübergreifend mit Kindern zu arbeiten und bereits erworbenes Fachwissen anzuwenden. Während der Projektwoche wurden die Geschehnisse in täglichen Supervisionssitzungen gemeinsam nachbesprochen. Auch während der Durchführung der einzelnen Teile erhielten die Studierenden, falls nötig, Beratung und Unterstützung.

«Die Betreuerinnen geben wertvolle Inputs und es ist wichtig, dass sie dabei sind. Ich habe schon sehr viel gelernt, das hätte ich niemals aus einem Buch so lernen können.»

«Die fachübergreifende Zusammenarbeit mit Logopäd:innen und Psychomotoriktherapeut:innen ist schön und funktioniert gut. Wir können voneinander lernen.»

Schwerpunkte der Förderwoche sind Prävention und Förderung im Hinblick auf den Schuleintritt. Im Bereich Psychomotorik sind dies koordinative Fähigkeiten wie beispielsweise Gleichgewicht, Körpertonus sowie Fein- und Graphomotorik. Im Bereich Logopädie sind dies die kommunikativen und übergreifend sozialen Fähigkeiten, Semantik-Lexik sowie Schriftsprache.

«Ein konkretes Beispiel ist das «Päckli» einpacken. Ich dachte, es wäre ein Thema aus der Psychomotoriktherapie, aber Elemente wie den Auftrag verstehen, sich den Auftrag merken, sagen, wann man Hilfe braucht und das Material benennen, sind ja auch Themen aus der Logopädie – und so stellt die Aufgabe eine Förderung sowohl im psychomotorischen als auch im logopädischen Bereich dar.»

«Dieses Jahr wurde die Woche aufgrund von Corona-bedingten Massnahmen individueller gestaltet als in den Jahren zuvor. Jeder Tag hatte einen bestimmten Ablauf und einen Förderschwerpunkt, welcher zum Behinderungsbild Trisomie 21 passt. Vieles funktioniert jedoch spontan.»

«Wir können das Wahlmodul weiterempfehlen.»

Stella Ahlberg und Dominique Kessler sind vom Wahlmodul begeistert. Sie heben hervor, dass sie sich während den zwei herausfordernden zwei Wochen wertvolles Wissen und Fähigkeiten für die Zukunft aneignen konnten.

«Es ist ein neues Gebiet und wir alle wurden sicherer im Umgang mit den Kindern. Ich wollte mich dem stellen. Und ich habe so viel gelernt für die Zukunft.»

«Es war auch anstrengend, man sieht, hört und lernt Vieles. Aber es ist eine gute Erschöpfung, ich kann so viel Neues und Spannendes mitnehmen.»

Und beide empfehlen das Wahlmodul allen weiter, die eine intensive und praxisorientierte Woche mit besonderen Kindern erleben möchten.

 

Autorin: Kristina Vilenica, MA, Mitarbeiterin Hochschulkommunikation