Reportage

Ohne Stallgeruch geht‘s nicht

In den letzten 20 Jahren haben Dienstleistungen der HfH das Feld geprägt. Welche Themen waren zentral, welche Kompetenzen brauchen die Fachleute der HfH? Und welche Methoden haben sich bewährt? Das wurde im Jubiläumstalk diskutiert.

Kontakt
Steff
Aellig
Titel
Dr. phil.
Funktion
Senior Consultant
Dominik
Gyseler
Titel
Dr. phil.
Funktion
Senior Lecturer

«In Dienstleistungsaufträgen findet ein echtes Treffen von Expertinnen und Experten der Hochschule und der Praxis statt», ist Barbara Fäh, Rektorin der HfH, überzeugt. Dieser Austausch geschieht in beide Richtungen: Die Praxis macht der HfH deutlich, welche Themen sie beschäftigen, auf welche drängenden Fragen sie gute Lösungen braucht. Das gibt der Hochschule einerseits wichtige Impulse, auch für die Forschung und Lehre. Und andererseits tragen HfH Fachpersonen das Wissen der Hochschule in die Praxis heraus. Damit leisten sie einen Beitrag zur Sicherung der Qualität der heilpädagogischen Versorgung im Feld.

Um Dienstleistungsaufträge erfolgreich bearbeiten zu können, benötigen HfH Fachleute viel Fach- und Systemwissen. «Ich brauche Beratungspersonen, die wissen, wovon sie reden.», meint Bea Abegg, Schulleiterin und Schulische Heilpädagogin in Opfikon, «nur den Prozess allein gut gestalten und moderieren, das reicht noch nicht.» Peter Lienhard, Dozent an der HfH, hat sich dieses Wissen über Jahre angeeignet. Und trotzdem: «Du kannst gar nicht überall der Spezialist sein.», so Lienhard, «deshalb ist es wichtig, zu merken, bei welchen Aufträgen allenfalls eine Kollegin oder ein Kollege besser geeignet wäre. Das ist gerade der grosse Vorteil der HfH: Wir haben eine breite Palette von Fachleuten.»

Doch so wichtig dieses Expertenwissen ist: Es braucht noch ganz andere Kompetenzen, um im Feld zu punkten. «Man muss gut zuhören können,» meint Carla Canonica, Beraterin an der HfH, «den so genannten «Stallgeruch» einer Schule, eines Teams, aufnehmen können. Nur so gelingt eine echte Unterstützung.»

Oft bringen HfH-Fachleute im Feld Ideen und Lösungen ein, die sie in anderen Kantonen oder Gemeinden mitentwickelt haben und die sich bewährt haben. Dies wird von den Auftraggebenden im Feld sehr geschätzt. «Vielfach sehen wir nicht über den eigenen Tellerrand hinaus.», meint Schulleiterin Bea Abegg, «deshalb ist es wichtig, jemanden vor Ort zu haben, der weiss, was andere in der gleichen Situation machen.» Doch wieso man Konzepte aus dem einen Kanton nicht einfach pfannenfertig in einen anderen Kanton übertragen kann, wird im folgenden Video zum Talk erläutert.

20 Jahre HfH: Dienstleistungen prägen das Feld

Reportagen

  • «In zehn Schritten zur erfolgreichen Dienstleistung» – Im Bereich der Dienstleistungen gibt es ein Erfolgsrezept, aber auch einige Stolpersteine, wie Priska Elmiger, ehemalige Leiterin Zentrum Weiterbildung und Dienstleistungen HfH, ausführt.
  • «Fördern, nicht nur beschäftigen» – Im Kanton Thurgau werden die Sonderschulen regelmässig extern evaluiert. Die HfH unterstützt dabei die Fachleute vor Ort – und passt das Vorgehen jeweils auf die lokale Situation an.
  • «Es geht um Tools – und auch um Haltung» – Schwierige Schüler und überforderte Eltern sind zunehmend eine Belastung für viele Schulen. Fachleute der HfH unterstützen Schulteams auf dem Weg der Integration und erläutern, worauf es dabei ankommt.

Gesprächsgäste

  • Bea Abegg Valsangiacomo, Schulleiterin und Schulische Heilpädagogin Schule Opfikon
  • Carla Canonica, MA, Senior Consultant, Mitarbeiterin Institut für Professionalisierung und Systementwicklung
  • Peter Lienhard, Prof. Dr., Senior Consultant, Mitarbeiter Institut für Professionalisierung und Systementwicklung

Begrüssung: Barbara Fäh, Prof. Dr., Rektorin HfH

Regie und Moderation: Dominik Gyseler, Dr. & Steff Aellig, Dr., HfH Wissenschaftskommunikation

Bericht: Steff Aellig, Dr. & Dominik Gyseler, Dr., HfH Wissenschaftskommunikation

Der Jubiläumstalk hat am 17. September 2021 stattgefunden und wurde online durchgeführt. Die Veranstaltung war ausgebucht.