Pilotstudie SURE – Steigerung der Qualität in integrativen Regelklassen zur Erhöhung der Bildungschancen

Projekt

Ausgangslage und Ziele

In integrativen Regelklassen stellen der Umgang mit der Heterogenität der Schulkinder und die Gestaltung des integrativen Unterrichts eine grosse Herausforderung dar. Qualitativ hochstehende Unterrichtsinteraktionen sind für die Integrationsforschung deshalb ein zentraler Ansatzpunkt, weil alle Kinder in ihrer schulischen und psychosozialen Entwicklung davon profitieren und sie zugleich schulische Risikofaktoren, wie z.B. sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf auszugleichen vermögen (Hamre & Pianta, 2005). Ziel dieser Studie ist, Unterrichtsteams gemeinsam bei der Qualitätssteigerung der Unterrichtsinteraktionen durch die videobasierte «Kooperative Unterrichtsgestaltung» zu unterstützen.

Projektleitung

Simona
Altmeyer
Titel
Dr. phil.

Funktion

Senior Researcher

Fakten

  • Dauer
    05.2019
    04.2020
  • Neue Projektnummer
    5_60

Kooperationen

Finanzielle Unterstützung

Fragestellung

Zeigen sich im Verlauf der videobasierten «Kooperativen Unterrichtsgestaltung» mehr und vielfältigere Indikatoren für qualitativ hochstehende Unterrichtsinteraktionen im integrativen Unterricht im Vergleich mit den Unterrichtsinteraktionen vor der Intervention (Baseline-Messung t0)?

Methodisches Vorgehen

Für die Qualitätssteigerung von Unterrichtsinteraktionen sind reliable Beobachtungsinstrumente zur Erfassung der Qualität von Unterrichtsinteraktionen zentral, da diese für Unterrichtsteams von Klassenlehrpersonen (KLP) und Schulischen Heilpädagoginnen/Heilpädagogen (SHP) eine gemeinsame konzeptuelle und methodische Perspektive bereitstellen, um Veränderungen zu bewirken (Jones & Brownell, 2014). Dieses Projekt setzte das evidenzbasierte Beobachtungsinstrument «Classroom Assessment Scoring System» (CLASS; Pianta, Hamre & Mintz, 2012) zur Messung der Qualität von Unterrichtsinteraktionen vor der Intervention und während der videobasierten «Kooperativen Unterrichtsgestaltung» ein. Insgesamt nahmen sieben Unterrichtsteams von KLP und SHP integrativer Regelklassen (4.-6. Klassen) teil. Die «Kooperative Unterrichtsgestaltung» beinhaltete, dass KLP und SHP zusammen sechs Mal (Messzeitpunkte t1-t6; einmal pro Monat/ zwischen Jan- Juli 2020), anhand von qualitativen CLASS-Rückmeldungen des gemeinsamen videografierten Unterrichts, Handlungsstrategien erarbeiteten, um ihre Unterrichtsinteraktionen zu verbessern. Zusätzlich nahmen fünf Unterrichtsteams nach Abschluss der Intervention an einem Evaluationsinterview teil.

Ergebnisse

Alle teilnehmenden KLP-SHP-Teams setzten CLASS zur Optimierung der Unterrichtsinteraktionen ein und anhand von qualitativen CLASS-Rückmeldungen Handlungspläne in ihren Klassen um. Es konnten mehr und vielfältigere Merkmale qualitativ hochstehender Unterrichtsinteraktionen nach CLASS bei allen Teams über die Zeit beobachtet und gemessen werden. Die Qualität der Unterrichtsinteraktionen konnte in verschiedensten Bereichen gesteigert werden, besonders im Bereich der spezifischen Lernunterstützung. In den Interviews äusserten sich die Teams durchwegs positiv zur «Kooperativen Unterrichtsanalyse» anhand der CLASS-Rückmeldungen. Aus dieser Pilotstudie gingen wichtige Erkenntnisse zur Umsetzbarkeit und Grenzen der Methode hervor, die direkt in ein vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Folgeprojekt einfliessen konnten.

Publikationen

  • Altmeyer, S., Antognini, K., & Eberli, R.
    Gestaltung des integrativen Unterrichts. Pilotstudie SURE: Steigerung der Unterrichtsinteraktionen in integrativen Regelklassen.
    Workshop HfH,
    Zürich, Schweiz.
  • Altmeyer, S., Eberli, R., & Antognini, K.
    Pilotstudie SURE: Messung und Veränderung der Qualität von Unterrichts-interaktionen zur Entwicklung des inklusiven Unterrichts.
    HfH Online Forschungskolloquium,
    Zürich, Schweiz.
  • Antognini, K., Altmeyer, S., & Eberli, R.
    (2021).
    Unterstützung bei der Gestaltung von Unterrichtsinteraktionen: Was sich Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen für den integrativen Unterricht wünschen.
    Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik ,
    27
    (9),
    42–49.