Schulinseln in der Schweiz

Projekt

Ausgangslage und Ziele

Seit mehr als zehn Jahren werden in der Schweiz Schulinseln als schul- und unterrichtsergänzende Prävention und Intervention entwickelt und umgesetzt. Schulinseln können verschiedene Angebote beinhalten wie beispielsweise als Unterstützung bei Unterrichtsstörungen, zur Konfliktlösung, Nachschreiben von Prüfungen, Hausaufgabenbetreuung und weitere Angebote. Die Konzeptionen und Formen der entwickelten Schulinseln sind unterschiedlich. Betont wird oft, dass es sich nicht um eine separierende Massnahme, sondern eine entlastende Massnahme handle und der Fokus häufig auf Schülerinnen und Schüler mit herausforderndem Verhalten liege.

Der Zürcher Lehrer- und Lehrerinnenverband (ZLV) beschreibt in seinem Positionspapier die Schulinsel als ein niederschwelliges Angebot, das Entlastung bieten kann, und fordert, dass alle Schulen über eine Schulinsel verfügen sollten. Die geplante Erhebung basiert auf vom ZLV herangetragene Fragen zur Bedeutung von Schulinseln und ihr Beitrag zur schulischen Inklusion. Das Ziel des Forschungsprojektes ist eine Bestandesaufnahme zu den bestehenden Schulinseln in den Schulen der deutschsprachigen Schweiz. Die Befragung soll insbesondere wichtige Erkenntnisse zur Verbreitung und Umsetzungsformen von Schulinseln in der Schweiz ermöglichen.

Projektleitung
Thomas
Lustig
Titel
MA
Funktion
Senior Lecturer
E-Mail
thomas.lustig [at] hfh.ch
Fakten
Dauer
12.2020
06.2022
Nummer
2_15

Fragestellung

Im Fokus der Befragung stehen die folgenden Fragestellungen: Welche Anzahl, Formen, Konzepte von Schulinseln in der deutschsprachigen Schweiz gibt es? Wie werden Schulinseln momentan umgesetzt und welche Funktion erfüllen sie?

Methodisches Vorgehen

Die Erhebung findet in einem ersten Teil mittels Online-Umfrage und in einem zweiten Teil mittels Interviews in ausgewählten Schulen statt. Befragt werden Primar- und Sekundarschulen der deutschsprachigen Schweiz. In der Online-Befragung geht es zunächst darum, die Verbreitung von Schulinseln sowie die Rahmenbedingungen der Schulinseln zu erfassen. Zusätzliche Fragen beziehen sich auf die zugrundeliegenden Konzepte und Zielsetzungen. Diese erste breite Befragung wird an die Schulleitungen adressiert und anschliessend quantitativ orientiert ausgewertet. Aus dieser breiten Befragung werden im Anschluss etwa zehn Schulen ausgewählt, um deren Schulinselkonzepte und –umsetzungen genauer und qualitativ orientiert untersuchen zu können. Dazu werden Interviews mit Fachpersonen, die in den Schulinseln arbeiten, den Lehrpersonen als auch mit den Schülerinnen und Schülern, welche die Schulinsel besuchen, durchgeführt.

Ausblick

Die Relevanz dieses Projekts liegt im Erkenntnisgewinn zur bisherigen Praxis von Schulinseln in der Schweiz. Die Bestandesaufnahme ermöglicht es, eine für die Deutschschweiz erstmals systematische Beschreibung der Schulinselkonzepte zu erfassen, um ein Bild zur Verbreitung, der Konzeptionen und der Art und Weise der Umsetzung von Schulinseln zu erhalten. Das Forschungsprojekt schafft eine wichtige Datengrundlage, auf deren Basis weiterführende Fragestellungen bei Folgeprojekten erarbeitet werden können. Eine vertiefte Analyse der gewonnenen Daten kann im Hinblick auf die Förderung der sozialen und emotionalen Entwicklung auf heilpädagogische Handlungsmöglichkeiten aufmerksam machen, um die Schulinselkonzepte weiter zu entwickeln und diese zu einer Ressource für das ganze System Schule werden zu lassen.