Lust & Frust: Körper – Behinderung – Sexualität

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Im Hörsaal der HfH, Teilnehmende der Tagung. Foto: HfH

Lust und Frust im Rollstuhl

Die Sexualität von Menschen mit einer Körperbehinderung war lange kein Thema. Heute wird offen darüber geredet – so auch an der Tagung «Lust und Frust: Körper - Behinderung - Sexualität» vom 10. November 2018 an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik.

Welche sexuellen Bedürfnisse haben Menschen mit einer Körperbehinderung? Können sie diese befriedigen? Wie geht Sex im Rollstuhl überhaupt? Solche Fragen waren früher ein Tabu. «In den letzten Jahren hat sich dies stark geändert», sagt Susanne Schriber, Leiterin des Studienschwerpunkts Pädagogik für Körper- und Mehrfachbehinderte an der HfH. Die Co-Leiterin der Tagung macht aber heute noch Tabuthemen aus: «Sexuelle Gewalt, Vielfalt hinsichtlich Geschlechtsidentität, Sexualassistenz und Sexualbegleitung, Sexualität bei Menschen mit schweren mehrfachen Behinderungen, unterstützte Elternschaft und Elternassistenz – das sind Themen, die noch zu wenig präsent sind.» Die Themenvielfalt zeigt: Sexualität ist nicht einfach Sex. Allein schon die Unterscheidung zwischen Sexualität und Intimität ist zentral, wie Susanne Schriber im Gespräch ausführt.

Eine gute Grundlage für einen differenzierten Blick auf das Thema bietet das Konzept des Sexocorporel. Es umfasst verschiedene Komponenten, die zur Entwicklung der sexuellen Gesundheit beitragen. Danach lassen sich im Erleben und Ausüben von Sexualität vier Dimensionen unterscheiden: die physiologische, sexodynamische und kognitive Ebene sowie die Beziehungskomponente. Sie alle spielen in einer Ganzheit zusammen.

Das Problem: Keine menschliche Fähigkeit wird so wenig bewusst begleitet und gezielt unterstützt wie die Entwicklung der Sexualität. Nehmen wir die sexodynamische Komponente als Beispiel: Welche Bedürfnisse haben Menschen mit einer Körperbehinderung? Wie erleben sie das eigene biologische Geschlecht? Antworten auf diese und andere Fragen hat die Sexologin Madeleine Bosshart.

Man redet heute aber nicht einfach über Sexualität von Menschen mit Körper- oder Mehrfachbehinderungen, sondern auch mit ihnen. Denn die Betroffenen können Hürden sichtbar machen, die von aussen betrachtet vielleicht gar nicht als Stolpersteine wahrgenommen werden. Welche Herausforderungen bringt der Alltag für die Betroffenen ganz konkret mit sich? Jahn Graf ist Youtuber und Influencer, sitzt im Rollstuhl und erzählt uns in aller Offenheit von den Hürden, jemandem näher zu kommen, seinen Erfahrungen mit käuflicher Liebe – und dem Traum von der ganz normalen Familie.

Wer sich noch tiefer mit dem Thema auseinandersetzen möchte, dem sei ein Interview mit Susanne Schriber empfohlen, das im Vorfeld der Tagung geführt wurde. Sie können es hier Link Interview herunterladen.

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Diesen Kurzbericht (474 KB) können Sie hier herunterladen. 

Autoren: Dominik Gyseler, Dr.; Steff Aellig, Dr. 

Tagungen

Zu aktuellen Themen finden regelmässig Tagungen an der HfH statt. Sie ermöglichen Ihnen, sich innert kürzester Zeit auf den neusten Stand der Fachdiskussion zu bringen und bietet Ihnen die Gelegenheit, mit den Referenten und Referentinnen sowie anderen Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Fakten Weiterbildung

Kurse
Rund 100 Kurse jährlich
Programm
Erscheinungstermin Mitte Oktober
Kursformate
Kurzkurse, Tagungen, CAS, MAS, E-Learning, Abrufangebote und Studienreisen

Kontakt

Prof. Dr. Barbara Forrer

Leiterin Zentrum Weiterbildung