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Ein Jahr «Fachstelle Autismus» – gelebter Praxistransfer an der HfH

2016 startete die Fachstelle Autismus ihre Arbeit. Neben der Intensivierung bestehender Angebote in Lehre, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistung zum Thema Autismus wurde mit der Gründung der Fachstelle die «Autismus-Sprechstunde» ins Leben gerufen. Zusätzliche Arbeitsschwerpunkte bildeten die Organisation von Weiterbildungsveranstaltungen, die Begleitung und Beratung von Institutionen sowie die Durchführung der ersten grossen Autismustagung an der HfH mit 220 Teilnehmenden.

Die neu konzipierte „Autismus-Sprechstunde“ richtet sich an Fachpersonen aus (heil-)pädagogischen und therapeutischen Arbeitskontexten und umfasst kostenfreie Kurzberatungen in Form eines telefonischen, schriftlichen oder persönlichen Austauschs. Seit September 2016 bearbeitet das Fachstellenteam regelmässig Fragen und Anliegen zu vielfältigen Themen aus verschiedenen Praxisfeldern.

Zahlreiche Anfragen betreffen den schulischen Kontext und kommen von Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, Therapeutinnen oder Leitungspersonen. Des Weiteren melden sich Fachpersonen aus der Heilpädagogischen Früherziehung, aus therapeutischen Praxen, Wohnheimen oder Arbeits- und Ausbildungskontexten mit ihren Anliegen in der Fachstelle. Folgende Beispiele zeigen mögliche Schwerpunkte sowie den Ablauf einer Beratung im Rahmen der Autismus-Sprechstunde auf:

  • Beispiel 1: Fragen zur schulischen Förderung im konkreten Fall
    Frau W., Schulische Heilpädagogin an einer Heilpädagogischen Schule, meldet sich mit konkreten Fragen zur pädagogischen Förderung eines ihrer Schüler mit einer Autismusdiagnose. Nach einem kurzen telefonischen Austausch vereinbaren wir ein Gespräch an der HfH. Zu diesem erscheint sie gemeinsam mit ihrer Stellenpartnerin. Es findet ein Austausch über bisherige Erfahrungen, mögliche Lösungsstrategien sowie Chancen und Grenzen der Förderung statt. Abschliessend werden zukünftige Beratungs- und Unterstützungsoptionen für die Fachpersonen besprochen.
  • Beispiel 2: Fragen zur Diagnostik und Förderung in der Heilpädagogischen Früherziehung
    Frau B., Heilpädagogische Früherzieherin, arbeitet seit einem halben Jahr mit einem 3jährigen Mädchen mit einer vermuteten Autismus-Spektrum-Störung. Sie wendet sich an die Fachstelle, zum einen mit dem Wunsch nach Informationen über die Möglichkeiten einer diagnostischen Abklärung, zum anderen mit der Suche nach autismusspezifischen Förderangeboten für ihre eigene Arbeit im Frühbereich. Im persönlichen Gespräch schauen wir nach Diagnostikangeboten in ihrer Arbeitsregion und geben Hinweise zu spezifischen Fördermöglichkeiten im konkreten Einzelfall.
  • Beispiel 3: Informationssuche zum Thema Autismus
    Frau T., Logopädin an einer Primarschule, wird im neuen Schuljahr einen Jungen mit einem Asperger-Syndrom unterstützen und hat bislang keine Erfahrung mit Kindern aus dem Autismus-Spektrum sammeln können. Sie fragt nach einführenden Informationen in das Thema, um für den Einstieg vorbereitet zu sein. Im telefonischen Austausch besprechen wir zum einen grundlegende Gedanken zur Begleitung und Förderung von Kindern mit einem Asperger-Syndrom, zum anderen empfehlen wir einführende Materialien (Literatur, Filmbeiträge) und geben Hinweise auf aktuelle Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Beispiel 4: Koordination, Vermittlung von Angeboten
    Herr M., Sozialpädagoge in der Oberstufe an einer Sonderschule, sucht Informationen sowie Ansprechpartner zur Vorbereitung des Übergangs jugendlicher Schüler mit einer Autismusdiagnose in das Berufsleben. Im Gespräch geben wir erste Informationen zur autismusspezifischen Berufswahlvorbereitung und vermitteln Adressen von erfahrenen Fachpersonen und Institutionen, die sich auf diesen Themenbereich spezialisiert haben.

Zusätzliche Arbeitsschwerpunkte der Fachstelle Autismus bildeten in ihren ersten zwölf Monaten die Organisation von Weiterbildungsveranstaltungen, die Begleitung und Beratung von Institutionen sowie die Durchführung der ersten grossen Autismustagung an der HfH.

So besuchten am 12. Mai 2017 mehr als 220 interessierte Fachpersonen die Tagung „Autismus im Kindes- und Jugendalter – Herausforderungen erfolgreich begegnen“. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung standen zum einen Vorträge über aktuelle Erkenntnisse und Erklärungsansätze zum Thema Autismus, zum anderen Workshops, die einen direkten Transfer auf die schulische und therapeutische Praxis boten.

Weiterbildungen zum Thema der schulischen oder (heil-)pädagogisch-therapeutischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung wurden im letzten Jahr sowohl an der HfH als auch in den Räumlichkeiten verschiedener Institutionen angeboten. So besuchte das Team der Fachstelle Heilpädagogische Schulen und Sonderschulen wie auch Integrative Schulen und Wohnheime, um adressatenbezogen über ausgewählte Schwerpunkte aus dem Themenfeld Autismus zu informieren. Diese gezielt für eine einzelne Institution zusammengestellten Angebote bieten die grosse Chance, das bereits vorhandene Wissen aufzugreifen und die Weiterbildung an den konkreten Bedarf anzupassen.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Tätigkeiten der Hochschule für Heilpädagogik wirkt das Team der Fachstelle aktuell mit der Durchführung eines Forschungsprojektes zur Optimierung schulischer Förderung sowie der Teilnahme an nationalen und internationalen Tagungen aktiv an der Weiterentwicklung bestehender Angebote mit.

Mit dem Auftrag der Weiterentwicklung und Optimierung bestehender Angebote der Begleitung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung, startet die Fachstelle Autismus an der HfH nun in das zweite Jahr ihres Bestehens. Neben der Weiterführung und Intensivierung der Autismus-Sprechstunde und anderer bestehender Angebote wird im kommenden Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Konzipierung und Umsetzung massgeschneiderter Dienstleistungs- und Weiterbildungspakete für Schulen und Heilpädagogische Dienste im Frühbereich gelegt. Dies im Sinne einer Erweiterung der Autismuskompetenzen der jeweiligen Auftraggeber.

Webseite Fachstelle Autismus Fachstelle Autismus

Autor: Andreas Eckert, Prof. Dr., Dozent, HfH

September 2017

Fakten

Erscheinungsweise ca. sechs Mal jährlich
Inhalt Hausmitteilungen der HfH 
Adressaten Mitarbeitende, Studierende, Hochschulrat und Interessierte
Verantwortlich Prof. Dr. Barbara Fäh, Rektorin der HfH
Redaktion Sabrina Demergi, Sabine Hüttche

Kontakt

HfHnews
Tel: +41 44 317 11 78
hfhnews@hfh.ch

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