Institut für Sprache und Kommunikation unter erschwerten Bedingungen

Institut

KONTAKT

Anke
Sodogé
Titel
Prof. Dr.
Funktion
Leiterin Institut für Sprache und Kommunikation unter erschwerten Bedingungen / Professorin

Sprach- und Kommunikationsstörungen wahrnehmen und verstehen: Gesellschaftliche Partizipation ermöglichen. Einschränkungen der Sprach- und Kommunikationskompetenz können aufgrund von Schädigungen und Störungen im Bereich der Körperstrukturen und -funktionen, von einschränkenden Umwelt- oder personenbezogenen Faktoren entstehen. Sie haben Auswirkungen auf die Sprachmodalitäten Sprechen, Hören, Lesen und Schreiben, aber auch auf die Wissens- und Erfahrungsverarbeitung sowie die personale und soziale Integration und können Partizipationseinschränkungen nach sich ziehen. Sie zeigen sich einerseits in Form von klassifizierbaren Sprach- und Kommunikationsstörungen und andererseits weniger spezifisch als Lernschwierigkeiten in der Sprache, die insbesondere in der Schule relevant sind.

Themenfelder und Strategische Schwerpunkte 2022 bis 2024

Sprachförderung

Bildungsgerechtigkeit für mehrsprachige Kinder und Jugendliche

Mehrsprachige Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten in Sprache oder mit Spracherwerbsstörungen sind von Bildungsbenachteiligungen bedroht. Sie zeigen häufiger schwache Schulleistungen und erreichen insgesamt niedrigere Bildungsabschlüsse als gleichaltrige Lernende, deren Erstsprache die Umgebungs­sprache ist. Die Teilhabe der Kinder und Jugendlichen in Kindergarten und Schule ist oft beeinträchtigt. Im Fokus des strategischen Schwerpunktes stehen die interprofessionelle Zusammenarbeit der Fachpersonen, die Konzeption passender Sprachlern- und Sprachlehrstrategien sowie die Entwicklung geeigneter Lehrmittel und Diagnostikverfahren.

Sprachtherapie

Digitalität in der Logopädie

Durch die Digitalisierung eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Profession Logopädie, aber es gibt auch neue Herausforderungen, nicht zuletzt durch die rasante Entwicklung. Die Erarbeitung von Leitlinien soll Logopädinnen und Logopäden unterstützen. Ihre Aufgabe besteht darin, die Klientinnen und Klienten für die digitale Teilhabe zu befähigen und E-Accessibility zur kommunikativen Partizipation bzw. Rehabilitation zweckdienlich und zielorientiert zu nutzen. Weitere Fragestellungen im Fokus des strategischen Schwerpunktes sind die Fragen nach digitalen Zugängen für Prävention, Diagnostik, Beratung und Therapie.

Kommunikationsförderung

Kommunikation bei Autismus: Sensibilisierung und Kompetenzerweiterung

Kinder und Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zeigen in der sozialen Kommunikation und Interaktion zahlreiche Auffälligkeiten, die eine Partizipation an sozialen Kontexten deutlich erschweren können. Kommunikations­förderung stellt mit diesem Hintergrund ein zentrales Element aktueller evidenzbasierter Förderkonzepte für Kinder und Jugendliche mit ASS dar. Sie dient stets der Erweiterung von Partizipationsmöglichkeiten in unterschiedlichen sozialen Kontexten, sei es in Familie, Schule oder Gesellschaft. Im Mittelpunkt des strategischen Schwerpunktes stehen die frühe logopädische Förderung sowie die autismusspezifische Professionalisierung von Fachpersonen der Logopädie, Psychomotoriktherapie, Schulischen Heilpädagogik und Heilpädagogischen Früherziehung.

Gebärdensprache und Hörbehinderung

Berufsspezifische Sprachkompetenzen (BSSK) in Bezug auf Gebärden- und Lautsprachen

Während berufsspezifische Sprachkompetenzen kein neues Thema im Bereich des Fremdsprachlernens und -überprüfens von gesprochenen Sprachen sind, ist es für unterschiedliche Berufe im Gebärdensprachbereich (Gebärdensprach­lehrer*in, Gebärdensprachdolmetscher*in) ein neues und «brennendes» Thema. Das Berufsspezifische kommt daher, dass das Ausweisen einer hohen allgemeinen Sprachkompetenz in einer (Fremd)sprache (Gebärdensprache, Hochdeutsch, ein Schweizerdeutscher Dialekt, Schriftsprache) alleine für spezifische berufliche Kontexte nicht genügt. Im Mittelpunkt des strategischen Schwerpunktes stehen Fragen des Konstrukts, des Erwerbs und der Überprüfung berufsspezifischer Sprachkompetenzen verschiedener Berufsgruppen, die Gebärdensprache, Lautsprache und Schriftsprache nutzen.

Geteiltes Themenfeld mit IBP

Gesellschaftliche Teilhabe durch Access Technologien (AT), Braille, Leichte (Gebärden-) Sprache und Unterstützte Kommunikation

Aktuell

Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte

In anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsprojekten analysiert das Institut aktuelle und zukünftige Fragen der Praxis und der Profession. Mit den Angeboten in Forschung und Entwicklung trägt das Institut wesentlich zum Verständnis und zur innovativen Bearbeitung von heilpädagogischen Fragestellungen, zur Professionalisierung der Praxis sowie zur Entwicklung der Disziplin bei.

Team

Die Mitarbeitenden sind Experten und Expertinnen für die Generierung, Verwertung und Vermittlung von Wissen zu Bildungs-, Entwicklungs- und Inklusionsfragen von Menschen mit besonderem Bildungsbedarf. Professorinnen- und Professoren nehmen eine fachlich-thematische Leitungsaufgabe in einem für die HfH strategischen Lehr- und Forschungs- oder Entwicklungsgebiet wahr.

Das Institut für Sprache und Kommunikation unter erschwerten Bedingungen fokussiert Fragen der Inklusion von Menschen, die aufgrund von Einschränkungen der Sprach- und Kommunikationskompetenz von mangelnden gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten betroffen oder bedroht sind.